2016-01-18-1

Interkultureller RAS-Kalender „Die Waffen nieder“

Bundespräsident Gauck lobt Engagement des PP-Kurses

Ein Bericht unserer PP-Lehrerin Evelyn Meessen

Die Schülerinnen und Schüler des 10er-Kurses „Praktische Philosophie“ sind stolz (siehe Bericht Leverkusener Anzeiger) . Sogar der Bundespräsident lobte sie für ihre monatelange Arbeit an dem interkulturellen Friedenskalendarium für 2016 „Die Waffen nieder!“ ( siehe Schreiben Bundespräsident vom Januar 2016).

Geschafft! 1000 € für „Ärzte ohne Grenzen“ – Und ein Lob des Bundespräsidenten!

Unterstützt von Phillipos aus der 7C und ihrer Lehrerin suchten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche religiöse Feiertage und 14 Friedenssprüche unterschiedlicher Kulturen. Zusätzlich kamen noch andere – nicht religiöse – Gedenktage hinzu, die einen Bezug zum Thema „Frieden“ hatten.

Herausgekommen ist ein Kalender mit vierzehn Farbfotografien und ca. 140 Feier-und Gedenktagen, die in den Datenblöcken der einzelnen Monate in unterschiedlichen Farben markiert sind. Auf den Rückseiten werden diese Tage verständlich erklärt. Ein echter „Hingucker“ mit zahlreichen Informationen.

So viele Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer wollten den Kalender haben, dass 400 Stück zu 5,00 € ohne Probleme verkauft werden konnten. Auch von außerhalb der Schulgemeinde gab es so viele Anfragen, dass nicht jeder, der vor den Winterferien noch einen Kalender wollte, auch einen bekam.

Die Schüler/innen verkauften den Kalender auch auf dem Elternsprechnachmittag der Schule und beim „Regionaltreffen der Netzwerkschulen „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“ am 04.12.2015 im NSDok in Köln. Am Tag der offenen Tür (16.01.2016) wurde der Kalender (in Fotografien und Texten) ebenfalls in der Schule präsentiert.

Am 22.01.2016 wird der „Kölner Jugend-und Schüler-Gedenktag“ im NSDok in Köln zum 19. Mal an den 27. Januar 1945 erinnern, an dem sowjetische Soldaten die Überlebenden des Konzentrationslagers in Auschwitz befreiten. Aus diesem Anlass präsentierten auch unsere Schüler/innen dort ihr Kalender-Projekt, das dann bis zum 28.2.16 dort ausgestellt wird.

Am 18.1.16 aber haben die Schülerinnen und Schüler unserer Schule zunächst stolze 1000,-€ Reinerlös auf das Konto von „Ärzte ohne Grenzen“ überwiesen und sie wünschen sich, dass das Geld für die notleidenden Menschen in Syrien verwendet wird. Das war von Anfang an ihr Ziel. Alle Beteiligten hoffen außerdem, dass der Kalender „Die Waffen nieder“ im gesamten Jahr 2016 alle Erwartungen erfüllen wird, die seine Käufer ihn in gesetzt haben.

Das Datum, an dem die Schüler/innen 1000€ an „Ärzte ohne Grenzen“ überweisen, ist indes nicht zufällig gewählt. Am 18. Januar wird in den USA alljährlich der „Martin Luther King Day“ begangen, mit dem des farbigen Friedensnobelpreisträgers gedacht wird, der in den USA gegen Unterdrückung und Rassismus kämpfte und 1968 von einem weißen Rassisten erschossen wurde. In seiner legendäre Rede „I have a dream“, die er am 28. August 1963 in Washington D.C. hielt, entwickelte er seine Vorstellung von einer gerechten Welt, in der es keine Rassenschranken mehr geben werde.

Der Titel seiner Rede soll auch der Leitspruch eines neuen interkulturellen Kalenders für das Jahr 2017 werden, der möglichst viele Entsprechungen des 1. Artikels der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ in zahlreichen Kulturen und Sprachen auf unserer Erde zum Inhalt haben wird. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren…“! Ein Kalender also, der sich auch das Motto unserer Schule zu eigen machen wird. Denn unsere Schule, die Realschule Am Stadtpark in Leverkusen, ist bereits seit 2010 eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage!“

2015-12-17-2

Regionaltreffen Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Film „Nach dem Brand“ beeindruckt Schüler

Am 04.12.2015 nahmen die Schülerinnen und Schüler des 10er-Kurses „Praktische Philosophie“ unserer Lehrerin Evelyn Meessen im NS-Dokumentationszentrum in Köln am Regionaltreffen der „Schulen ohne Rassismus – Schule mit Courage“ teil.

An einem eigenen Stand präsentierten und verkauften sie mit großem Erfolg ihren interkulturellen Friedens-Kalender „Die Waffen nieder!“. So konnte auch dort wieder ein erfreulich hoher Betrag für „Ärzte ohne Grenzen“ eingenommen werden.

Ganz nebenbei wurden interessante Gespräche geführt und wichtige Kontakte zu anderen Schulen für unsere zukünftige Arbeit geknüpft.

Besonders  beeindruckend war jedoch der Film „Nach dem Brand“ und die anschließende Gesprächsrunde mit Ibrahim Arslan. Der junge Mann war 1992 gerade sieben Jahre alt, als Nazis das Haus seiner Familie in Mölln anzündeten. Drei seiner Familienmitglieder kamen dabei ums Leben. Ibrahim Arslan erzählte im NS-Dokumentationszentrum seine Geschichte, an einem Ort also, an dem vor über 70 Jahren ebenfalls Menschen gefoltert und getötet wurden – von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs.

Ibrahim Arslans Bericht hat uns so berührt, dass wir ihn gebeten haben, seine Geschichte bald auch an unserer Schule zu erzählen.

2015-11-08-1

Krieg in Syrien

„Die Waffen nieder“ – ein interkultureller Kalender

Der interkulturelle Kalender „Die Waffen nieder!“ entstand im Unterricht „Praktische Philosophie“, Klasse 9/10. Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Interkulturalität“ trugen die 24 Schülerinnen und Schüler „ihre“ Fest- und Gedenktage und zahlreiche Sprüche und Redewendungen zum Thema „Frieden“ in dreizehn verschiedenen Sprachen zusammen. Die „vierzehnte Sprache“ steuerte ein Siebtklässler bei. Der interkulturelle Kalender „Die Waffen nieder!“ entstand im Unterricht „Praktische Philosophie“, Klasse 9/10.

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Interkulturalität“ trugen die 24 Schülerinnen und Schüler „ihre“ Fest- und Gedenktage und zahlreiche Sprüche und Redewendungen zum Thema „Frieden“ in dreizehn verschiedenen Sprachen zusammen. Die „vierzehnte Sprache“ steuerte ein Siebtklässler bei.

Der interkulturelle Kalender „Die Waffen nieder!“ entstand im Unterricht „Praktische Philosophie“, Klasse 9/10. Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Interkulturalität“ trugen die 24 Schülerinnen und Schüler „ihre“ Fest- und Gedenktage und zahlreiche Sprüche und Redewendungen zum Thema „Frieden“ in dreizehn verschiedenen Sprachen zusammen. Die „vierzehnte Sprache“ steuerte ein Siebtklässler bei.

Diese gemeinsame Arbeit, die daraus entstehenden Diskussionen, die Vergleiche der Fest- und Gedenktage und damit der Kulturen und Religionen waren nicht der Weg, sondern das Ziel: Toleranz! Der Kalender ist nur ein „Produkt“ dieses Weges. Allen, die ihn besitzen, ermöglicht er (fast) jeden Tag „ein Häppchen“ Toleranz. Das Fremde soll vertrauter werden, ein ganzes Jahr lang. Nur so kann Frieden entstehen und bewahrt werden.

Von den ca. 6000 Sprachen und den unzähligen Religionen auf der Erde finden sich in diesem Kalender zwangsläufig nur wenige. Die Schülerinnen und Schüler wählten die aus, die ihnen am häufigsten begegnen. Hier im Rheinland leben viele katholische und evangelische Christen, Muslime, orthodoxe Christen und Hinduisten, aber es gibt auch zahlreiche Buddhisten, Juden und Yeziden. Ihre Feste, die aktuellen Termine für 2016 und die Erläuterungen dazu finden sich auf den 12 Seiten des DIN-A-4 Kalenders zusammen mit jeweils einer Farbfotografie und einem Spruch zum Thema Frieden in vierzehn Sprachen.

Neben den religiösen Fest-und Feiertagen, die weltweit vom Wunsch nach Frieden erzählen, wurden aber auch noch zahlreiche nichtreligiöse Feier-und (Ge)Denktage aufgenommen, die das Motto des Kalenders „Die Waffen nieder!“ akzentuieren.

Der letzte Satz Bertha von Suttner vor ihrem Tod „Die Waffen nieder! Sagt´s vielen – vielen!“ ist im Jahr 2015 leider aktueller denn je. In einer Zeit, in der es so viele Kriege auf diesem „einen Planeten“ gibt wie seit 1945 nicht mehr, will dieser Kalender an möglichst viele Menschen appellieren:

DIE WAFFEN NIEDER!

Ayla, Ayman, Deniz, Eda, Enes, Fidelia, Hasime, Hazar, Jason, Jessen, Joanna, Krstina, Mert, Petro, Roni, Samanta, Samira, Serdar, Servin, Umay, Valdrin, Vanessa, Veena, Vivien (Klasse 10) Phillipos (Klasse 7) und Evelyn Meessen.

Der Kalender kostet 5,00 €. Der Reinerlös von 2,50 € geht an Ärzte ohne Grenzen (Syrien).

Infos unter: 0214/3102014

2014-07-03-1

Schulgeschichte

Peter Wiemar – Ein Schicksal aus der NS-Zeit

Interview mit Frau Meessen über einen ehemaligen Konrektor unserer Schule

Frau Meessen ist ganz zufällig auf Peter Wiemar, der früher Konrektor an der RAS (damals noch Mittelschule) war, gestoßen. Sie suchte mehr Informationen über ihn und stieß auf eine interessante Lebensgeschichte, die zeigt, wie sehr das Leben einzelner Menschen durch den Nationalsozialismus verändert wurde. Klaudia Sieger von der Onlinezeitung „Durchblick“ hat mit Frau Meessen ein Interview zu Peter Wiemar geführt. Maximilian Mason hat die wichtigsten Ereignisse im Leben von Wiemar in einem Lebenslauf zusammengestellt.

Wieso haben Sie sich mit der Person Peter Wiemar beschäftigt?

Peter Wiemar 1941, Quelle: „125 Jahre Leverkusen.“ Hrsg.: SPD-Unterbezirk Leverkusen, verantwortlich: R.Braun, Leverkusen 1994

2004 gab es in unserer Schule eine Ausstellung in der Pausenhalle (Titel: „Zeitreise“), die ich zusammen mit Schülern gestaltet habe. Ich hatte schon seit 2001 recherchiert und habe einen Artikel über Peter Wiemar gefunden, doch da ich zeitlich bedingt nicht weiter über ihn recherchieren konnte, geriet er  langsam in Vergessenheit. Als ich dann für das 100jährige Schuljubiläum im vergangenen Jahr nochmals recherchiert habe, bin ich wieder auf Peter Wiemar gestoßen.

Er war vor 1933 Konrektor  an unserer Schule, wurde dann  aber wegen des  „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“  von den Nationalsozialisten  aus dem Dienst entlassen. Gerade diese Tatsache hat mich interessiert: Ein Lehrer, der wegen seiner politischen Überzeugung seine Arbeit verliert. Ich wollte mehr über Peter Wiemar wissen.

Warum wurde Peter Wiemar aus dem Schuldienst  entlassen?

Er war Mitglied der SPD  und der USPD  und dort auch sehr aktiv und in den Augen der Nationalsozialisten somit ein politischer Gegner. Laut des schon oben genannten Gesetzes konnten die Beamten, die aufgrund ihrer politischen Aktivität gegen die NSDAP waren oder auch, wenn sie Juden waren, entlassen werden. Die offizielle Begründung aus dem Gesetz lautete:  „Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten, können aus dem Dienst entlassen werden.“

Während Ihrer Recherche stießen sie auf etwas Überraschendes. Peter Wiemar hatte sich 1933 zur NSDAP bekannt. Warum hat er das getan?

Er wollte wahrscheinlich weiter als Lehrer arbeiten und hat aus diesem Grund wohl versucht sich der NSDAP „anzubieten“. Doch klappte dies nicht, obwohl ein NSDAP – Landrat aus Opladen versucht hatte,  ihm zu helfen, indem er eine Bescheinigung schrieb, in der er behauptete, dass Wiemar kein allzu  „radikaler“ SPD-Mann war. Zwar war Peter Wiemar schon seit zwei Jahren nicht mehr in der SPD aktiv, trotzdem war er für die Nationalsozialisten politisch nicht „zuverlässig“ und aus diesem Grund wurde er aus dem Schuldienst entlassen.

Wie verlief das Leben von Peter Wiemar danach weiter?

Er flüchtete an den Bodensee und war dort auch als Schriftsteller tätig. Schon in Leverkusen hatte er Gedichte geschrieben (z.B. „Mein Eifelbuch“ 1922) , am Bodensee schrieb er dann während der NS-Zeit und nach 1945 Romane (z.B. „Annette und Levin“ , „ Herr auf Mettnau“, „Der Schutzgeist“.

 

Originalmanuskript von „Herr auf Mettnau“ von Peter Wiemar.
„Begonnen 1938 in Allensbach am Bodensee.
Dieses Kapitel wurde im Juli 1945 vor der Beschlagnahmung durch die Franzosen gerettet.“
Quelle: Archiv Radolfzell am Bodensee, mit freundlicher Genehmigung von Herrn A. Fenner.

Am Bodensee zog er noch dreimal um. Seine Frau bekam 1939 eine Stelle an einer Grund – und Hauptschule, wurde aber kurze Zeit später entlassen, möglicherweise, weil Peter Wiemar zu wenig Geld an Nazi –Organisationen spendete, dies ist aber nur eine Vermutung, die auf einem Dokument des Winter-Hilfswerks beruht.

1944 wurde Wiemar zur Wehrmacht eingezogen und am 03.07.1945 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Ihm wurde seine Stelle als Mittelschulkonrektor an unserer Schule wieder angeboten und am 04.06.1946 nahm er diese auch an. Sechs Monate später  verließ  er die Schule aber schon wieder und trat eine leitende Stelle im Arbeitsamt Düsseldorf an.  Warum er nur so kurz an seiner alten Schule blieb, ist mir nicht bekannt. Vielleicht war er aufgrund von Gefangenschaft und Kriegsdienst zu krank und war dem Beruf des Lehrers nicht mehr gewachsen. Vielleicht mochte er aber auch nicht mit den Kollegen zusammen arbeiten, die schon in der NS-Zeit dort Lehrer waren.  Er arbeitete dann noch  etwas mehr als zwei Jahre in Düsseldorf, bevor er in den Ruhestand versetzt wurde und an den Bodensee zurückzog.  Am 07.09.1956 starb Peter Wiemar im Krankenhaus Stockach am Bodensee aufgrund einer Lungentuberkulose. Am 3.9.1956 hatte man ihm noch eine Wiedergutmachung dafür gewährt, dass er über 12 Jahre seinen Beruf nicht ausüben durfte. Er erhielt dafür 2.248,04 DM.

 Wie ist Ihre persönliche Meinung zu Peter Wiemar?

Nachdem ich erkannt hatte, dass er 1933 versucht  hatte, sich der NSDAP „anzudienen“,  war ich, ehrlich gesagt, ziemlich schockiert. Bis zu dieser Entdeckung war Wiemar für mich ein Held. Ein Gegner der Nazis, der zu seiner politischen Überzeugung stand und deshalb seinen Beruf aufgeben musste. Jetzt stellte sich heraus, dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht. Schließlich hatte Wiemar versucht, sich bei den Nationalsozialisten „einzuschmeicheln“ – auch wenn dies durchaus nachvollziehbar sein mag, weil er nicht seine Arbeitsstelle verlieren wollte. Peter Wiemar war eben doch kein „Held“, sondern ein ganz „normaler“ Mensch mit Ängsten. Wer weiß schon, wie wir damals reagiert hätten. Es war ein tragisches und gebrochenes Leben. Er ist ein Beispiel  dafür, wie die Nationalsozialisten Leben zerstörten. Das schlimmste ist, dass er kein Einzelfall war!

 Eine Frage zum Abschluss: Wie kamen Sie an all Ihre Informationen heran?

Ich habe gute Kontakte im Stadtarchiv Leverkusen und habe mich auch in Bibliotheken, im Internet und in anderen Archiven erkundigt. Ich schrieb E-Mails an die entsprechenden Archive oder rief dort an, um nach Informationen zu fragen und ich habe von vielen netten, hilfsbereiten Leuten Antworten bekommen und auch eine Menge Material (z. B. << hier >>, bitte anklicken!)

 Lebenslauf Peter Wiemar:

2011-03-03-1

„Entspannt euch“ – Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen

Die Klasse 6C geht der Bedeutung des Artikels 3 GG nach

In Artikel 3 des Grundgesetzes steht: „…Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Was steckt hinter diesem Gesetz? Fühlen behinderte Menschen sich in unserem Land gleichberechtigt oder benachteiligt? Mit welchen Problemen haben Behinderte zu tun? Was wünschen sie sich? Diesen Fragen wollte die 6C gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Frau Hügel nachgehen. Es war ein Zufall, dass gerade zu dem Zeitpunkt das Magazin des Kölner Stadtanzeigers ein interessantes Sonderheft herausbrachte. Unter dem Titel „Entspannt Euch“ berichteten Menschen mit Behinderungen von ihren Erfahrungen. Diese Berichte passten prima zum Thema des Deutsch- und Politikunterrichts der 6C. „Viel lehrreicher und ausführlicher als die Texte im Politikbuch“, fanden die Schülerinnen und Schüler, und so haben sie in Arbeitsgruppen zu den vorgestellten behinderten Menschen Plakate erarbeitet, viel Neues erfahren und über die Frage nach einem guten und gleichberechtigten Zusammenleben von
nichtbehinderten und behinderten Menschen diskutiert. Trotz der ausführlichen Informationen in den Artikeln der Zeitung blieben zum Schluss noch viele Fragen offen. Die Klasse beschloss daher, der Journalistin Frau Pluwatsch einen Brief mit ihren Fragen zu schicken. Und sie hat tatsächlich geantwortet. Ja, ein langer Brief mit vielen interessanten Antworten kam zurück! Die 6C ist sich sicher: Das Unterrichtsprojekt war eine tolle Sache! Jedem Menschen mit Respekt und Toleranz zu begegnen, damit das, was in Artikel 3 unseres Grundgesetzes steht, auch in der Wirklichkeit gelebt wird.

2010-06-07-1

Schule ohne Rassismus

Seit dem 07. Juni 2010 darf sich die Realschule Am Stadtpark „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen, nachdem sich eine überwältigende Mehrheit der Schulgemeinschaft für das Projekt ausgesprochen hatte. Die Klasse 10e setzte sich das Ziel, gemeinsam ein Zeichen zu setzen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Diskriminierung und Gewalt. Sie fand viel Unterstützung für das Projekt und arbeitete ein ganzes Schuljahr an der Umsetzung. So gelang es, die Weltmeisterin des Jahres 2009 im Speerwerfen, Steffi Nerius, als Patin zu gewinnen. Bei der von den Schülerinnen und Schülern gestalteten Feier war sie der Ehrengast. Mit dabei waren auch Reinhard Buchhorn, Oberbürgermeister in Leverkusen, und Schuldezernent Marc Adomat. Die Initiative Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wurde von Renate Bonow vertreten, der Landeskoordinatorin Nordrhein-Westfalen.

Schülerinnen der 10E erläutern das Projekt.

Die Klasse 10E stellte ihre Projektarbeit selbst vor: Durch den Politikunterricht bei Frau Obermann seien sie auf Schule ohne Rassismus aufmerksam geworden, hätten auf den Internetseiten der Initiative recherchiert. Alle seien sich schnell einig gewesen, dass jeder Mensch gleich viel wert sei. Jeder solle – frei und gleich geboren – unabhängig von seiner Religion und Hautfarbe herzlich willkommen sein an unserer Schule. Für die meisten von uns sei es unbegreiflich, dass es Menschen gibt, die, nur weil sie eine andere Religion haben, oder weil sie aus einem anderen Land kommen oder weil sie eine andere Sprache sprechen, benachteiligt werden oder ausgegrenzt werden.

  Sie geben die Idee weiter: Schülerinnen und Schüler der 5D.

Nach intensiver Diskussion entschieden die Schülerinnen und Schüler dafür, dass „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ ein tolles Projekt für unsere Schule wäre. Nun aber galt es, mindestens 70 Prozent der Menschen zu gewinnen, die an unserem Schulleben beteiligt sind. Schritt für Schritt wurde  Aufklärungsarbeit geleistet: Was ist Schule ohne Rassismus? Warum sollten wir alle uns beteiligen? Schließlich unterschrieb eine überwältigende Mehrheit für das Projekt. Und die Schule konnte Steffi Nerius als Patin für die Sache gewinnen. Es blieb die Frage, wie man das glücklich Erreichte weitergeben konnte, bevor alle 10er Schüler die Schule verlassen würden. Schließlich stand das Ende der eigenen Schulzeit kurz bevor. Symbolisch sollte die Projektidee weitergegeben werden an eine fünfte Klasse, die Klasse 5D, die noch lange an der Realschule Am Stadtpark bleiben würde und, mit hoffentlich viel Courage, NEIN! sagt zu jeder Form von Rassismus und Gewalt.

Lehrerin Iris Obermann und Steffi Nerius und zahlreiche Schüler präsentieren das Logo

2008-12-10-1

Große Ausstellung in der Pausenhalle

Du bist Mensch. Du hast Rechte. Menschenrechte.

Am 10.12.2008 fand in unserer Pausenhalle die Eröffnung der Ausstellung „Du bist Mensch – Du hast Rechte. Menschenrechte“ statt. Diese Ausstellung kann jetzt noch besichtigt werden, sie bleibt noch bis zum 18.12.2008 kostenlos für alle Interessierten geöffnet.

Die Ausstellung findet anlässlich des 60. Geburtstages der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ am 10. Dezember im Jahr 1948 statt. Sie wurde von den Vereinten Nationen (UNO) an diesem Tag in Paris verabschiedet.

Schon in Artikel 1 dieser Erklärung ist alles beinhaltet, was zu einer friedlichen und gerechten Welt gehört:

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen“. 

Eigentlich hätte man die folgenden 29 Artikel gar nicht mehr nötig, wenn sich alle Menschen an diesen ersten Artikel halten würden. Aber das ist leider auch heute noch nicht so.

Um an diese 30 Artikel zu erinnern und deren ständige Missachtung auf der ganzen Welt zu verdeutlichen, haben zwei Kurse „Praktische Philosophie“ im Unterricht und in ihrer Freizeit gemeinsam mit zwei Kunstkursen und mit Unterstützung einiger Lehrkräfte eine Ausstellung geplant, erstellt und sie bei der Ausstellungseröffnung am Vormittag und noch einmal als Wiederholung nach Schulschluss mit Texten, Musik und Film präsentiert.

Für fast jeden Artikel gibt es eine Stellwand mit vielen Infos! Die folgenden Fotografien, die selbst gemalten Bilder, und Texte geben einen Einblick in das, woran in den letzten Monaten über 100 beteiligte Schülerinnen und Schüler mit Begeisterung gearbeitet haben.

Es wäre schön, wenn möglichst viele unserer Schülerinnen und Schüler und möglichst viele Lehrkräfte mit ihren Klassen sich die Ausstellung anschauen würden. Dann hätte sich die Arbeit besonders gelohnt.

Vor allem in den Fächern Politik, Geschichte, Sozialwissenschaften, Religion und Praktische Philosophie wäre ein Besuch mit eventuell diesem Arbeitsauftrag sinnvoll:

Notiere einige Menschenrechtsverletzungen, von denen du auf den Plakaten etwas erfährst (z.B. Land, Art der Verletzung, Zeitraum). Was findest du besonders wichtig?

Darüber könnte dann in der Folgestunde berichtet werden.

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern einen interessanten Besuch!

Weitere Informationen:
– Schreiben der ausstellenden PP-Kurse an Amnesty International: >>> hier <<<

2003-05-03-1

Schulübergreifendes Projekt

Am 02.05.2003 trugen 22 Schüler/innen der Klassen 5, 7, 9 und 10 unserer Schule, darunter 18 Schüler des Fachs „Praktische Philosophie“, fünf Strophen des Songs „We shall overcome“ in den folgenden 17 verschiedenen Sprachen vor: englisch, italienisch, türkisch, russisch, albanisch, tamilisch, niederländisch, bosnisch, rumänisch, arabisch, pakistanisch, kurdisch, indisch, polnisch, thailändisch, afghanisch, deutsch. Die Schüler waren sehr motiviert, übersetzten den Text zuvor allein oder mit Hilfe ihrer Eltern und schrieben ihn auf die Schiffchen. Aus aktuellem Anlass haben die Zehntklässler vorgeschlagen, den Originaltext aus Strophe 4 „black and white together“ umzuwandeln in „all Nations together“.

Bilder bitte anklicken, um sie zu vergrößern:

1993-09-06-1

Vor dem Hintergrund wachsender Fremdenfeindlichkeit in Deutschland


In diesem Schuljahr findet an unserer Schule die Arbeitsgemeinschaft „Lesen ohne Grenzen“ statt. Unter diesem Titel setzen sich 15 Schülerinnen und Schüler in einem wöchentlichen Lesekreis intensiv mit dem Schicksal und der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen auseinander, die in Deutschland in zwei Kulturen leben: in der Kultur ihres Herkunftslandes und in der ihrer neuen Heimat Deutschland.

Durch die gemeinsame Lektüre von Romanen und Erzählungen aus der Perspektive junger Menschen mit Migrationshintergrund erhalten die Schülerinnen und Schüler authentische Einblicke in die Herausforderungen und Konflikte, aber auch in die Chancen und Bereicherungen eines Lebens zwischen zwei Welten. Gelesen werden unter anderem die Bücher

  • Staatsangehörigkeit: griechisch von Sigrid Schuser-Schmah
  • Oya – Fremde Heimat Türkei von König, Straube und Taylan
  • Der Schatten des Halbmonds von David Kherdian
  • Ein Mundvoll Erde von Stefanie Zweig
  • Sumitra – zwischen zwei Welten von Rukshana Smith und
  • Sirtaki von Dieter Schliwka

Zeitungsartikel, Plakate und Berichte über fremdenfeindliche Übergriffe und rechtsextreme Gewalt – zuletzt der schreckliche Brandanschlag in Solingen – machen deutlich, wie dringend das Thema ist. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren nicht nur literarische Texte, sondern setzen sich auch kritisch mit Vorurteilen, Ausgrenzung und der Frage auseinander, was „Heimat“ für Menschen bedeuten kann, die in zwei Kulturen zu Hause sind – oder in keiner ganz. Mit dem Namen „Lesen ohne Grenzen“ wollen die Schülerinnen und Schüler der AG bewusst ein Zeichen setzen: Lesen als Brücke, Literatur als Mittel zum Verständnis und zur Überwindung von Grenzen in den Köpfen. Die Arbeitsgemeinschaft ist ein wichtiges schulisches Projekt für interkulturelles Lernen, Empathie und Zivilcourage – gerade jetzt.