2016-06-28-1

Krieg in Syrien

Neuntklässler rücken Schrecken des Krieges ins Bewusstsein und fordern: STOP THIS WAR!

Ein Bericht unserer Schülerinnen Gizem Baruc und Ines Breuer

Schülerinnen und Schüler der Klassen 9A und 9C haben sich im Politikunterricht von Frau Meessen gefragt: „Was können WIR tun, um auf den Krieg in Syrien aufmerksam zu machen, der schon seit 2011 so viele unschuldige Menschen das Leben gekostet hat und kein Ende findet.

Sie haben einen Videoclip produziert, der auch auf YouTube zu sehen ist, und einen Facebook-Aufruf gestartet, um möglichst viele Menschen auf die Schrecken dieses Krieges aufmerksam zu machen.

Dabei war es uns sehr wichtig, alles selbst zu machen, also das Video, die Fotos, die Bilder, die Texte und auch die Musik. Außerdem haben wir unsere Mitschüler/innen gebeten, den Aufruf in die Sprachen zu übersetzen, die sie neben der deutschen Sprache auch noch sprechen. So sind mittlerweile 12 Sprachen vertreten, aber wir sammeln noch weiter, damit unser Aufruf in möglichst vielen Ländern verstanden wird!


Unterstützung erhielten wir von unserer Politiklehrerin und einem Lehramtsstudenten, der an unserer Schule sein Praxis-Semester macht und uns in Musik unterrichtet. Er hat die im Video verwendete Musik selbst komponiert und produziert.

Welche Ziele die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Aufruf verfolgen und was sie motiviert hat, daran zu arbeiten, erklären sie selbst:

  1. Wir wollen so viele Menschen wie möglich darüber aufklären, dass bis zu heutigen Tag fast 500.000  Menschen im Krieg oder durch die Folgen des Krieges gestorben sind. (Schon im Februar 2016 berichtete das „Syrische Zentrum für politische Forschung “ – SCPR – über 470.000 durch den Krieg getötete Menschen.) Diese und andere „NGOS“ sind vor Ort und bekommen tatsächlich mit, weil viele Menschen dort durch Bomben, Schüsse, Giftgas, Krankheiten, Hunger, Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen oder durch Ertrinken bei gefährlichen Überfahrten gestorben sind.
  2. Wir wollen diesem Krieg, den man uns Tag für Tag im Fernsehen vor Augen führt, nicht mehr so tatenlos zusehen. Deshalb haben wir uns intensiv mit diesem Thema beschäftigt und haben nach Möglichkeiten gesucht, uns mit diesem Krieg und seinen Opfern einmal aktiv auseinander zu setzen.
  3. Außerdem möchten wir regelmäßig „News“ aus dem Syrienkrieg in „unserer“ Alltagssprache posten, damit auch Schüler/innen unseres Alters sie verstehen. Durch Verlinkung mit dem „Stadtanzeiger“ und der „Rheinischen Post“ möchten wir ebenfalls aktuelle Nachrichten zum Thema zur Verfügung stellen.
  4. Wir wollen an ALLE Verantwortlichen appellieren, endlich diesem furchtbaren Krieg ein Ende zu setzen! Wir finden es unerträglich, dass so viele Menschen nur sterben, weil die vielen verantwortlichen Kriegsparteien nicht in der Lage sind, sich an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden!
  5. Wir Schülerinnen und Schüler appellieren an alle:

Bitte helft uns dabei, diesen Aufruf zu verbreiten und somit hoffentlich ein wenig zum Frieden in Syrien beizutragen. Besonders schön wäre es, wenn ihr gleichzeitig auch noch einen kleinen Beitrag für „Ärzte ohne Grenzen“ spenden würdet, denn diese Organisation hilft wirklich allen Menschen vor Ort und hat in letzter Zeit viele Mitarbeiter/innen und Krankhäuser durch Bombardierung in Syrien verloren. Ab nächster Woche findet ihr die Bankverbindung dann auf der Facebookseite.

 Danke für eure Unterstützung sagen:

Tugba Aydin (News), Gizem Baruc & Ines Breuer (Text & News),  Adama Diallo (Facebookadministratorin), Lukas Hoppe (Präsentation der Sprachen), Jamie Hulverscheidt (Bilder), Tolga Itmec (Filmbearbeitung und Facebookadministration), Ali Kurupinar (Bilder), Andreas & Christian Pantel (Musik), Eve J. Zapp (Filmdreh & Bilder)  und  Agron, Ahmet I, Ahmet T., Bastian, Denis, Dzenis, Gina, Jelena, Jennifer, Jessica, Karolina, Kim, Kyra, Leo, Leon, Maksim, Mariam, Mirejeta, Nikolai, Qendrim, Richard, Rohat, Samet, Selin, Sercan, Serpil, Tac Choi, Veronica u.a.

2016-06-27 Rheinische Post: Schüler kämpfen per Facebook um Frieden
2016-07-02 Leverkusener Anzeiger: Eine Seite für Syrien

2016-10-14 Rheinische Post: Wiesdorfer Schüler setzen ein Zeichen gegen den Krieg

2016-01-18-1

Interkultureller RAS-Kalender „Die Waffen nieder“

Bundespräsident Gauck lobt Engagement des PP-Kurses

Ein Bericht unserer PP-Lehrerin Evelyn Meessen

Die Schülerinnen und Schüler des 10er-Kurses „Praktische Philosophie“ sind stolz (siehe Bericht Leverkusener Anzeiger) . Sogar der Bundespräsident lobte sie für ihre monatelange Arbeit an dem interkulturellen Friedenskalendarium für 2016 „Die Waffen nieder!“ ( siehe Schreiben Bundespräsident vom Januar 2016).

Geschafft! 1000 € für „Ärzte ohne Grenzen“ – Und ein Lob des Bundespräsidenten!

Unterstützt von Phillipos aus der 7C und ihrer Lehrerin suchten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche religiöse Feiertage und 14 Friedenssprüche unterschiedlicher Kulturen. Zusätzlich kamen noch andere – nicht religiöse – Gedenktage hinzu, die einen Bezug zum Thema „Frieden“ hatten.

Herausgekommen ist ein Kalender mit vierzehn Farbfotografien und ca. 140 Feier-und Gedenktagen, die in den Datenblöcken der einzelnen Monate in unterschiedlichen Farben markiert sind. Auf den Rückseiten werden diese Tage verständlich erklärt. Ein echter „Hingucker“ mit zahlreichen Informationen.

So viele Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer wollten den Kalender haben, dass 400 Stück zu 5,00 € ohne Probleme verkauft werden konnten. Auch von außerhalb der Schulgemeinde gab es so viele Anfragen, dass nicht jeder, der vor den Winterferien noch einen Kalender wollte, auch einen bekam.

Die Schüler/innen verkauften den Kalender auch auf dem Elternsprechnachmittag der Schule und beim „Regionaltreffen der Netzwerkschulen „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“ am 04.12.2015 im NSDok in Köln. Am Tag der offenen Tür (16.01.2016) wurde der Kalender (in Fotografien und Texten) ebenfalls in der Schule präsentiert.

Am 22.01.2016 wird der „Kölner Jugend-und Schüler-Gedenktag“ im NSDok in Köln zum 19. Mal an den 27. Januar 1945 erinnern, an dem sowjetische Soldaten die Überlebenden des Konzentrationslagers in Auschwitz befreiten. Aus diesem Anlass präsentierten auch unsere Schüler/innen dort ihr Kalender-Projekt, das dann bis zum 28.2.16 dort ausgestellt wird.

Am 18.1.16 aber haben die Schülerinnen und Schüler unserer Schule zunächst stolze 1000,-€ Reinerlös auf das Konto von „Ärzte ohne Grenzen“ überwiesen und sie wünschen sich, dass das Geld für die notleidenden Menschen in Syrien verwendet wird. Das war von Anfang an ihr Ziel. Alle Beteiligten hoffen außerdem, dass der Kalender „Die Waffen nieder“ im gesamten Jahr 2016 alle Erwartungen erfüllen wird, die seine Käufer ihn in gesetzt haben.

Das Datum, an dem die Schüler/innen 1000€ an „Ärzte ohne Grenzen“ überweisen, ist indes nicht zufällig gewählt. Am 18. Januar wird in den USA alljährlich der „Martin Luther King Day“ begangen, mit dem des farbigen Friedensnobelpreisträgers gedacht wird, der in den USA gegen Unterdrückung und Rassismus kämpfte und 1968 von einem weißen Rassisten erschossen wurde. In seiner legendäre Rede „I have a dream“, die er am 28. August 1963 in Washington D.C. hielt, entwickelte er seine Vorstellung von einer gerechten Welt, in der es keine Rassenschranken mehr geben werde.

Der Titel seiner Rede soll auch der Leitspruch eines neuen interkulturellen Kalenders für das Jahr 2017 werden, der möglichst viele Entsprechungen des 1. Artikels der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ in zahlreichen Kulturen und Sprachen auf unserer Erde zum Inhalt haben wird. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren…“! Ein Kalender also, der sich auch das Motto unserer Schule zu eigen machen wird. Denn unsere Schule, die Realschule Am Stadtpark in Leverkusen, ist bereits seit 2010 eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage!“

2015-12-17-2

Regionaltreffen Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Film „Nach dem Brand“ beeindruckt Schüler

Am 04.12.2015 nahmen die Schülerinnen und Schüler des 10er-Kurses „Praktische Philosophie“ unserer Lehrerin Evelyn Meessen im NS-Dokumentationszentrum in Köln am Regionaltreffen der „Schulen ohne Rassismus – Schule mit Courage“ teil.

An einem eigenen Stand präsentierten und verkauften sie mit großem Erfolg ihren interkulturellen Friedens-Kalender „Die Waffen nieder!“. So konnte auch dort wieder ein erfreulich hoher Betrag für „Ärzte ohne Grenzen“ eingenommen werden.

Ganz nebenbei wurden interessante Gespräche geführt und wichtige Kontakte zu anderen Schulen für unsere zukünftige Arbeit geknüpft.

Besonders  beeindruckend war jedoch der Film „Nach dem Brand“ und die anschließende Gesprächsrunde mit Ibrahim Arslan. Der junge Mann war 1992 gerade sieben Jahre alt, als Nazis das Haus seiner Familie in Mölln anzündeten. Drei seiner Familienmitglieder kamen dabei ums Leben. Ibrahim Arslan erzählte im NS-Dokumentationszentrum seine Geschichte, an einem Ort also, an dem vor über 70 Jahren ebenfalls Menschen gefoltert und getötet wurden – von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs.

Ibrahim Arslans Bericht hat uns so berührt, dass wir ihn gebeten haben, seine Geschichte bald auch an unserer Schule zu erzählen.

2015-11-08-1

Krieg in Syrien

„Die Waffen nieder“ – ein interkultureller Kalender

Der interkulturelle Kalender „Die Waffen nieder!“ entstand im Unterricht „Praktische Philosophie“, Klasse 9/10. Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Interkulturalität“ trugen die 24 Schülerinnen und Schüler „ihre“ Fest- und Gedenktage und zahlreiche Sprüche und Redewendungen zum Thema „Frieden“ in dreizehn verschiedenen Sprachen zusammen. Die „vierzehnte Sprache“ steuerte ein Siebtklässler bei. Der interkulturelle Kalender „Die Waffen nieder!“ entstand im Unterricht „Praktische Philosophie“, Klasse 9/10.

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Interkulturalität“ trugen die 24 Schülerinnen und Schüler „ihre“ Fest- und Gedenktage und zahlreiche Sprüche und Redewendungen zum Thema „Frieden“ in dreizehn verschiedenen Sprachen zusammen. Die „vierzehnte Sprache“ steuerte ein Siebtklässler bei.

Der interkulturelle Kalender „Die Waffen nieder!“ entstand im Unterricht „Praktische Philosophie“, Klasse 9/10. Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Interkulturalität“ trugen die 24 Schülerinnen und Schüler „ihre“ Fest- und Gedenktage und zahlreiche Sprüche und Redewendungen zum Thema „Frieden“ in dreizehn verschiedenen Sprachen zusammen. Die „vierzehnte Sprache“ steuerte ein Siebtklässler bei.

Diese gemeinsame Arbeit, die daraus entstehenden Diskussionen, die Vergleiche der Fest- und Gedenktage und damit der Kulturen und Religionen waren nicht der Weg, sondern das Ziel: Toleranz! Der Kalender ist nur ein „Produkt“ dieses Weges. Allen, die ihn besitzen, ermöglicht er (fast) jeden Tag „ein Häppchen“ Toleranz. Das Fremde soll vertrauter werden, ein ganzes Jahr lang. Nur so kann Frieden entstehen und bewahrt werden.

Von den ca. 6000 Sprachen und den unzähligen Religionen auf der Erde finden sich in diesem Kalender zwangsläufig nur wenige. Die Schülerinnen und Schüler wählten die aus, die ihnen am häufigsten begegnen. Hier im Rheinland leben viele katholische und evangelische Christen, Muslime, orthodoxe Christen und Hinduisten, aber es gibt auch zahlreiche Buddhisten, Juden und Yeziden. Ihre Feste, die aktuellen Termine für 2016 und die Erläuterungen dazu finden sich auf den 12 Seiten des DIN-A-4 Kalenders zusammen mit jeweils einer Farbfotografie und einem Spruch zum Thema Frieden in vierzehn Sprachen.

Neben den religiösen Fest-und Feiertagen, die weltweit vom Wunsch nach Frieden erzählen, wurden aber auch noch zahlreiche nichtreligiöse Feier-und (Ge)Denktage aufgenommen, die das Motto des Kalenders „Die Waffen nieder!“ akzentuieren.

Der letzte Satz Bertha von Suttner vor ihrem Tod „Die Waffen nieder! Sagt´s vielen – vielen!“ ist im Jahr 2015 leider aktueller denn je. In einer Zeit, in der es so viele Kriege auf diesem „einen Planeten“ gibt wie seit 1945 nicht mehr, will dieser Kalender an möglichst viele Menschen appellieren:

DIE WAFFEN NIEDER!

Ayla, Ayman, Deniz, Eda, Enes, Fidelia, Hasime, Hazar, Jason, Jessen, Joanna, Krstina, Mert, Petro, Roni, Samanta, Samira, Serdar, Servin, Umay, Valdrin, Vanessa, Veena, Vivien (Klasse 10) Phillipos (Klasse 7) und Evelyn Meessen.

Der Kalender kostet 5,00 €. Der Reinerlös von 2,50 € geht an Ärzte ohne Grenzen (Syrien).

Infos unter: 0214/3102014

2014-10-10-1

Spannendes Befragungsprojekt

Im Rahmen des Unterrichts in Praktische Philosophie wurde 2014 in allen Kursen im Zusammenhang mit dem Thema „Zeit“ anonym die Frage gestellt: Worauf wartest du? Berücksichtigt werden muss, dass in diesem Fach alle Schülerinnen und Schüler unterrichtet wurden und werden, die nicht am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen. Die schriftlichen Antworten wurden ausgewertet und gaben neben erwartbaren Antworten aber auch tiefe Einblicke in das Leben der Schülerinnen und Schüler im Jahr 2014. Ein Jahr später wurde die Befragung unter der Überschrift „Worauf Kinder warten“ im Kunstalmanach #6 veröffentlicht.

Bei Erwachsenen hat sich das „auf etwas warten“ mit fortschreitendem Lebensalter meist schon in vielerlei Hinsicht erfüllt. Anders bei Kindern und Jugendlichen. Sie warten noch auf vieles, was für die Älteren ganz selbstverständlich oder aufgrund ihrer Lebenserfahrung obsolet geworden ist. Aus diesem Grund erinnern viele der hier aufgelisteten Angaben auch eher an Wünsche. In einer freiwilligen und anonymen Befragung von 220 Schülerinnen und Schülern (10 bis 18 Jahre) schrieben die befragten Kinder und Jugendliche bereitwillig auf, worauf sie warten.

2014-07-03-1

Schulgeschichte

Peter Wiemar – Ein Schicksal aus der NS-Zeit

Interview mit Frau Meessen über einen ehemaligen Konrektor unserer Schule

Frau Meessen ist ganz zufällig auf Peter Wiemar, der früher Konrektor an der RAS (damals noch Mittelschule) war, gestoßen. Sie suchte mehr Informationen über ihn und stieß auf eine interessante Lebensgeschichte, die zeigt, wie sehr das Leben einzelner Menschen durch den Nationalsozialismus verändert wurde. Klaudia Sieger von der Onlinezeitung „Durchblick“ hat mit Frau Meessen ein Interview zu Peter Wiemar geführt. Maximilian Mason hat die wichtigsten Ereignisse im Leben von Wiemar in einem Lebenslauf zusammengestellt.

Wieso haben Sie sich mit der Person Peter Wiemar beschäftigt?

Peter Wiemar 1941, Quelle: „125 Jahre Leverkusen.“ Hrsg.: SPD-Unterbezirk Leverkusen, verantwortlich: R.Braun, Leverkusen 1994

2004 gab es in unserer Schule eine Ausstellung in der Pausenhalle (Titel: „Zeitreise“), die ich zusammen mit Schülern gestaltet habe. Ich hatte schon seit 2001 recherchiert und habe einen Artikel über Peter Wiemar gefunden, doch da ich zeitlich bedingt nicht weiter über ihn recherchieren konnte, geriet er  langsam in Vergessenheit. Als ich dann für das 100jährige Schuljubiläum im vergangenen Jahr nochmals recherchiert habe, bin ich wieder auf Peter Wiemar gestoßen.

Er war vor 1933 Konrektor  an unserer Schule, wurde dann  aber wegen des  „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“  von den Nationalsozialisten  aus dem Dienst entlassen. Gerade diese Tatsache hat mich interessiert: Ein Lehrer, der wegen seiner politischen Überzeugung seine Arbeit verliert. Ich wollte mehr über Peter Wiemar wissen.

Warum wurde Peter Wiemar aus dem Schuldienst  entlassen?

Er war Mitglied der SPD  und der USPD  und dort auch sehr aktiv und in den Augen der Nationalsozialisten somit ein politischer Gegner. Laut des schon oben genannten Gesetzes konnten die Beamten, die aufgrund ihrer politischen Aktivität gegen die NSDAP waren oder auch, wenn sie Juden waren, entlassen werden. Die offizielle Begründung aus dem Gesetz lautete:  „Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten, können aus dem Dienst entlassen werden.“

Während Ihrer Recherche stießen sie auf etwas Überraschendes. Peter Wiemar hatte sich 1933 zur NSDAP bekannt. Warum hat er das getan?

Er wollte wahrscheinlich weiter als Lehrer arbeiten und hat aus diesem Grund wohl versucht sich der NSDAP „anzubieten“. Doch klappte dies nicht, obwohl ein NSDAP – Landrat aus Opladen versucht hatte,  ihm zu helfen, indem er eine Bescheinigung schrieb, in der er behauptete, dass Wiemar kein allzu  „radikaler“ SPD-Mann war. Zwar war Peter Wiemar schon seit zwei Jahren nicht mehr in der SPD aktiv, trotzdem war er für die Nationalsozialisten politisch nicht „zuverlässig“ und aus diesem Grund wurde er aus dem Schuldienst entlassen.

Wie verlief das Leben von Peter Wiemar danach weiter?

Er flüchtete an den Bodensee und war dort auch als Schriftsteller tätig. Schon in Leverkusen hatte er Gedichte geschrieben (z.B. „Mein Eifelbuch“ 1922) , am Bodensee schrieb er dann während der NS-Zeit und nach 1945 Romane (z.B. „Annette und Levin“ , „ Herr auf Mettnau“, „Der Schutzgeist“.

 

Originalmanuskript von „Herr auf Mettnau“ von Peter Wiemar.
„Begonnen 1938 in Allensbach am Bodensee.
Dieses Kapitel wurde im Juli 1945 vor der Beschlagnahmung durch die Franzosen gerettet.“
Quelle: Archiv Radolfzell am Bodensee, mit freundlicher Genehmigung von Herrn A. Fenner.

Am Bodensee zog er noch dreimal um. Seine Frau bekam 1939 eine Stelle an einer Grund – und Hauptschule, wurde aber kurze Zeit später entlassen, möglicherweise, weil Peter Wiemar zu wenig Geld an Nazi –Organisationen spendete, dies ist aber nur eine Vermutung, die auf einem Dokument des Winter-Hilfswerks beruht.

1944 wurde Wiemar zur Wehrmacht eingezogen und am 03.07.1945 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Ihm wurde seine Stelle als Mittelschulkonrektor an unserer Schule wieder angeboten und am 04.06.1946 nahm er diese auch an. Sechs Monate später  verließ  er die Schule aber schon wieder und trat eine leitende Stelle im Arbeitsamt Düsseldorf an.  Warum er nur so kurz an seiner alten Schule blieb, ist mir nicht bekannt. Vielleicht war er aufgrund von Gefangenschaft und Kriegsdienst zu krank und war dem Beruf des Lehrers nicht mehr gewachsen. Vielleicht mochte er aber auch nicht mit den Kollegen zusammen arbeiten, die schon in der NS-Zeit dort Lehrer waren.  Er arbeitete dann noch  etwas mehr als zwei Jahre in Düsseldorf, bevor er in den Ruhestand versetzt wurde und an den Bodensee zurückzog.  Am 07.09.1956 starb Peter Wiemar im Krankenhaus Stockach am Bodensee aufgrund einer Lungentuberkulose. Am 3.9.1956 hatte man ihm noch eine Wiedergutmachung dafür gewährt, dass er über 12 Jahre seinen Beruf nicht ausüben durfte. Er erhielt dafür 2.248,04 DM.

 Wie ist Ihre persönliche Meinung zu Peter Wiemar?

Nachdem ich erkannt hatte, dass er 1933 versucht  hatte, sich der NSDAP „anzudienen“,  war ich, ehrlich gesagt, ziemlich schockiert. Bis zu dieser Entdeckung war Wiemar für mich ein Held. Ein Gegner der Nazis, der zu seiner politischen Überzeugung stand und deshalb seinen Beruf aufgeben musste. Jetzt stellte sich heraus, dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht. Schließlich hatte Wiemar versucht, sich bei den Nationalsozialisten „einzuschmeicheln“ – auch wenn dies durchaus nachvollziehbar sein mag, weil er nicht seine Arbeitsstelle verlieren wollte. Peter Wiemar war eben doch kein „Held“, sondern ein ganz „normaler“ Mensch mit Ängsten. Wer weiß schon, wie wir damals reagiert hätten. Es war ein tragisches und gebrochenes Leben. Er ist ein Beispiel  dafür, wie die Nationalsozialisten Leben zerstörten. Das schlimmste ist, dass er kein Einzelfall war!

 Eine Frage zum Abschluss: Wie kamen Sie an all Ihre Informationen heran?

Ich habe gute Kontakte im Stadtarchiv Leverkusen und habe mich auch in Bibliotheken, im Internet und in anderen Archiven erkundigt. Ich schrieb E-Mails an die entsprechenden Archive oder rief dort an, um nach Informationen zu fragen und ich habe von vielen netten, hilfsbereiten Leuten Antworten bekommen und auch eine Menge Material (z. B. << hier >>, bitte anklicken!)

 Lebenslauf Peter Wiemar:

2014-02-04-1

Ergebnisse des Fotospaziergangs

Hübsch hässlich: 9er-Kunstkurs „beweist Auge“.

„Fotografiere etwas Hässliches schön,
denn etwas Schönes schön fotografieren kann jeder!“

So lautete das Thema, das Lehrerin Evelyn Meessen den Schülerinnen und Schülern des 9er-Kunstkurses (WP Chemie) stellte, als sie am 18. November 2013 in die Leverkusener Innenstadt zum Fotografieren aufbrachen. Dabei hatten sie sehr unterschiedliche Voraussetzungen:

Einige Schüler verfügten über Kameras, die meisten über ein Smartphone, einige konnten ihre Fotografien am Rechner mit Fotoprogrammen bearbeiten (jede Bearbeitung war erlaubt), andere ließen ihre Fotos im Drogeriemarkt entwickeln. Einige konnten auf Fotopapier drucken, andere nur auf „normalem“ Papier. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen hatten jedoch auf die Notengebung keinen Einfluss.

Wir zeigen >>> hier <<< die sehr sehenswerten Ergebnisse des Fotospaziergangs.

Und >>> hier <<< geht es zum Vorbericht aus dem November 2013, in dem das Konzept des Fotospaziergangs erläutert wird.

2013-12-19-1

Kunstprojekt von Evelyn Meessen

Unspektakuläre Quellen – In unseren Händen

Die im Schuljahr 2012 im Zusammenhang mit einer Veröffentlichung im Kunstalmanach „FREIO#5 Zettel“ entstandene Serie von Fotografien, die Einkaufszettel in den Händen von ehemaligen Schülerinnen und Schülern unserer Schule zeigen, ist >> hier << und im Verwaltungstrakt unserer Schule zu sehen. Im Oktober 2015 übereignete Evelyn Meessen das gesamte Konvolut (Fotografien, Texte, Kurzgeschichte, Originaleinkaufszettel) dem „Dokumentationszentrum und Museum über Migration in Deutschland e.V.“, kurz DOMiD, in Köln. Dort werden die Objekte archiviert und können ausgestellt werden.

2013-05-02-1

Jubiläums-Preisausschreiben „Denk mal im Denkmal“

Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern!

Zum 100-jährigen Geburtstag unserer Schule galt es, ein Rätsel zur Geschichte unserer Schule zu lösen. Über 600 Schülerinnen und Schüler haben sich am Wettbewerb beteiligt. Am Montag, 29.04.2013 wurden die 10 Gewinner unter den 30 richtigen Einsendungen ermittelt. Herr Wirsing lud ins Schulleiterzimmer ein und überreichte jedem Gewinner einen Kinogutschein. Wir wünschen den Gewinnern viel Spaß im Kino!

2013-04-07-1

Zum 100. Geburtstag unserer Schule

Jubiläumsschrift „Denk mal im Denkmal!“

Zum 100. Geburtstag erhalten Sie mit unserer Jubiläumsschrift „Denk mal im Denkmal!“ spannende, vielfältige und amüsante Einblicke in unsere Schulgeschichte – und entwicklung. Wir garantieren ein Lesevergnügen erster Klasse! Klicken Sie auf die Animation oder << hier >>! Viel Spaß!

2012-06-24-1

Schuljubiläum unter dem Motto „Denk‘ mal im Denkmal“

Zu unserem 100. Geburtstag suchen wir Zeitzeugen

Die Realschule Am Stadtpark, eine lebendige Schule mit Tradition

Im nächsten Jahr wird gefeiert. Die „Mittelschule für Knaben und Mädchen in Wiesdorf“ wurde am 7. April 1913 gegründet, unsere Schule wird also 100 Jahre alt.

Der Unterricht begann mit 91 Schülerinnen und Schülern im Gebäude der „Evangelischen Knabenschule“ an der Kölner Straße. Erst am 9. Februar 1924 zogen die Schüler/innen und ihre Lehrer/innen in ein neues Gebäude in der Rathenaustraße. In diesem Gebäude wird also nun auch schon seit 88 Jahren gelernt und gelehrt und ein Teil des umfangreichen Gebäudekomplexes steht seit 1987 unter Denkmalschutz.

Unsere Schule hat viel gesehen, die Schüler/innen und Lehrer/innen haben viel erlebt. In diesen 100 Jahren wurde „Geschichte“ gemacht. Kaiserreich, Weimarer Republik und Nationalsozialismus, Erster und Zweiter Weltkrieg, Gründung der Bundesrepublik Deutschland, „Kalter Krieg“ und „Wirtschaftswunder“, Wiedervereinigung und Jahrtausendwende. Bewegte Zeiten also, die die Menschen in und mit ihrer Schule durchlebt haben!

Wir wollen dieses Ereignis feiern und suchen deshalb – wie schon einmal im Jahr 2004 – Zeitzeugen, die aus ihrem Schulleben berichten möchten oder Fotografien zur Verfügung stellen. Interessierte melden sich unter der Nummer 0214/31020-10 und hinterlassen unter dem Stichwort „Jubiläum“ ihre Telefonnummer. Wir melden uns bei Ihnen!

Evelyn Meessen und Beate Schmitt