1 2 4

2024-01-20-1

Zeitreise

Wiesdorfer „Realschüler“ genießen Wintertag im Jahr 1929

Das Bild zeigt eine Klasse der damaligen Wiesdorfer Mittelschule (heute Realschule Am Stadtpark). Die Schüler unternehmen mit ihrem Lehrer Herrn Meffert (31 Jahre alt) einen Ausflug an den Hitdorfer Hafen. Der Rhein ist zugefroren, die Eisschollen reichen bis ans Ufer. Im Hintergrund sieht man Köln-Rheinkassel. (Quelle: Privatarchiv Lehrer Meffert, gezeigt in der Ausstellung „Denk mal im Denkmal“ im Februar 2004 in der Pausenhalle unserer Schule, durchgeführt von der damaligen AG der Klassen 10 „Zeitreise“ und ihrer Lehrerin Evelyn Meessen.)

2020-01-15-1

Projekt für ein friedliches und tolerantes Miteinander

House of One

Zehn Schülerinnen und Schüler des 9er-Kurses „Praktische Philosophie“ schlossen sich außerhalb der Unterrichtszeit unter Leitung ihrer Lehrerin Evelyn Meessen zusammen, um alle Informationen über das „House of One“, das zur Zeit in Berlin gebaut wird, für die Besucherinnen und Besucher unserer Schule am 11.01.2020 zu präsentieren und gleichzeitig Spenden zu sammeln.

Die Idee entstand im Unterricht, als die Schüler erfuhren, dass in Berlin ein einmaliges Gebäude errichtet werden soll, ein Haus, unter dessen Dach sich eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee befinden werden. Aber nicht nur die Mitglieder der drei großen monotheistischen Religionen sollen sich in diesem Haus kennenlernen und austauschen, das Haus wird Gläubige aller Religionen willkommen heißen und auch Menschen, die jeder Religion fernstehen. Im wahrsten Sinne des Wortes also ein „House of One“!

An diesem Haus wollten die Neuntklässler mit bauen und sammelten fleißig Spenden bei Besuchern und auch bei vielen Lehrkräften, Mitschülerinnen und Mitschülern, die sich ebenso für diese „Friedensprojekt“ begeisterten. Selbst die Kleinsten füllten die Spendendosen. Für eine Spende von 10€ kann man eine Stein für dieses einmalige Haus „kaufen“ und so kamen unter dem Motto „Ein Schein = ein Stein“ tatsächlich insgesamt 150,- € zusammen, ein Betrag, der für 15 Steine ausreicht.

Gerade in der aktuellen Situation, in der viele Menschen sich vor einem Krieg fürchten, begeistern sich viele Kinder und Jugendliche für die Friedensbotschaft, die von einem solchen Haus in Berlin hinaus geht in die ganze Welt.

„Frieden überall auf unserem Planeten und Toleranz allen Menschen gegenüber, gleich welcher Religion oder welcher Ethnie sie angehören!“ Das ist die Botschaft, die Elma, Dlyan, Sarah, Hafsa, Luka, Musa, Matavan, Linda,  Arza und Yousra allen interessierten Besucherinnen und Besuchern übermitteln wollten. Und das ist Ihnen sehr gut gelungen.

2019-10-07-1

Exkursion der Klasse 9D zum Schloss Augustusburg in Brühl

Mit der Bahn ins Rokoko

Am 24. September 2019 besuchte die Klasse 9D mit ihrer Klassenlehrerin Eveline Donner und ihrer Geschichtslehrerin Evelyn Meessen das Rokokoschloss Augustusburg in Brühl. Der Kurfürst Clemens August hatte schon 1725 den Architekten Johann Konrad Schlaun beauftragt, das Schloss zu bauen und es wurde eine prachtvolle Residenz, die schon 1984 in die UNESCO-Welterbe – Liste aufgenommen wurde. Aber nicht nur das Schloss mit seinem prachtvollen Treppenhaus, das von Balthasar Neumann geplant und umge­setzt wurde, beeindruckte die Schülerinnen und Schüler.

Quelle: Ansichtskarte Schloss Augustusburg, Brühl

Auch die Gärten des Schlosses mit ihren vielen Spring­brunnen vermittelten, wie die im „französischen Stil“ angelegten Gärten auch außerhalb von Frankreich die Men­schen damals erfreuten und heute immer noch erfreuen. Früher nur für die reichen Adeligen zu sehen, heute für jeden, der dort auch einfach nur spazieren gehen möchte. Der Besuch des Schlosses ist nur im Rahmen einer Führung möglich, aber die wunderschönen Gärten sind offen für alle.

Im Schloss selber durfte leider nicht fotografiert werden, so dass man die vielen interessanten Details nicht auf dem Foto, sondern „nur“ im Kopf festhalten konnte. Die vielen prunkvoll ausgestatteten Zimmer mit ihren dekor­aktiven Tapeten und zahllosen, riesigen Wandgemälden, auf denen die Bewohner und Bewohnerinnen des Schlos­ses dargestellt waren. Männer auf der Jagd, Frauen in Kleidern, die man so eng geschnürt hatte, dass der Umfang von Kopf und Taille gleich war, und Kinder, die aussahen wie kleine Erwachsene! Geschirr, das mit vielen kleinen Käfern verziert und in einem riesigen Raum ausgestellt war, in dem sog. „Schauessen“ standfanden. Das bedeutet, dass die Adeligen unten an langen Tischen genüsslich aßen und tranken, während es für die Zuschauer, oben auf einer Galerie, nichts zu verspeisen gab. Der einzige Lohn war die Ehre, den hohen Herrschaften beim Essen zu­schauen zu dürfen. Toiletten gab es noch nicht, sondern nur Nachttöpfe, die von Dienern entleert wurden, die sich durch versteckte Gänge durchs Schloss bewegten. Es durfte ja bloß keine Begegnung zwischen den fürstlichen Be­wohnern und der Dienerschaft stattfinden. Waschen war auch nicht besonders beliebt, da man befürchtete, sich durch die Berührung mit Wasser mit tödliche Krankheiten zu infizieren. Stattdessen nahm man Unmengen von Puder und Parfüm, um unangenehmen Gerüche zu überdecken…

Neben dieser Vielzahl von interessanten Informationen aus dem „Alltagsleben“ der damaligen Bewohner des Schlosses blieb aber das schon erwähnte Treppenhaus von Balthasar Neumann das absolute Highlight des Schlosses und machte seinen Erbauer schon zu Lebzeiten zum Shootingstar. Darum war er auch bis zur Einführung des Euro im Jahr 2002 auf dem 50 DM-Schein zu sehen.

Das und noch vieles mehr erfuhren die Neuntklässler bei ihrer Führung durch Schloss Brühl – und wer weiß, vielleicht wird jemand von ihnen in einigen Jahren auch so berühmt, dass man sein oder ihr Bild tatsächlich auf einem Geldschein wiederfindet.

2019-09-02-1

9er-Geschichtskurse besuchen das Haus der Geschichte in Bonn

Vom „Walk to the moon“ bis zum historischen Eiscafé

Die Schülerinnen und Schüler zweier neunten Klassen besuchten in der letzten Schulwoche mit ihren Klassenlehrerinnen und ihrer Geschichtslehrerin Evelyn Meessen das „Haus der Geschichte“ in Bonn. In diesem Museum, das zahlreiche außergewöhnliche Ausstellungsobjekte zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland präsentiert, gab es so viel zu sehen, dass einige Schüler sogar einen privaten Anschlussbesuch planten. Da das Museum kostenlos und mit der Bahn gut zu erreichen ist (Haltestelle: UN-Campus), ist das „Haus der Geschichte“ immer eine Reise wert.

Innerhalb von einer Stunde die gesamte Geschichte der Bundesrepublik und der DDR zu erkunden, war fast unmöglich. Im Rahmen von vier kompetenten Führungen durchs gesamte Haus gelang es jedoch erstaunlich gut, die deutsche Nachkriegsgeschichte nachzuvollziehen, wie man an der fotografischen Auswahl sieht.

Vom Ende des zweiten Weltkrieges (ein Rückblick auf den Holocaust war ebenfalls möglich) bis zur Wiedervereinigung und der aktuellen „Flüchtlingskrise“ … zu allen Themen konnten die Schüler viele Objekte bestaunen.

Ein zentrales Exponat ist ein echter Mondstein, der den Wettlauf ins All und die erfolgreiche Apollo-11-Mission thematisiert. Er symbolisiert die technologischen und politischen Dimensionen des „Walk to the moon“. Die Mondlandung wird im Kontext des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands dargestellt.

Anfassen durfte man natürlich – wie in jedem Museum – nichts, aber man konnte es sich durchaus im alten Plenarsaal des Bundestages gemütlich machen, vom historischen Rednerpult aus eine Ansprache halten oder im Original-Eiscafe der 60er-Jahre Platz nehmen. Geschichte auf diese Weise zu erleben, machte natürlich besonders viel Spaß!

2019-06-30-1

Fünftklässler erfahren Spannendes über die Geschichte ihrer neuen Schule

Babys, wo heute gemalt wird

Ein Bericht von Evelyn Meessen

Heute haben einige Fünftklässler im Unterricht ein berühmtes Gebäude besucht. Es steht zum Teil unter Denkmalschutz und ist schon sehr alt! Sie mussten aber gar nicht weit gehen, denn dieses berühmte Gebäude ist tatsächlich unsere Schule.

Sie erfuhren, dass ihre Schule eigentlich aus zwei Gebäuden besteht. Das ältere wurde schon 1924 für die Realschüler gebaut (damals nannte man sie „Mittelschüler“).

                          (Eröffnung des Neubaus 1924, Jubiläumsheft 1988, Realschule Wiesdorf)

Nur vier Jahre später errichtete derselbe Architekt, Wilhelm Fähler, daneben noch eine Schule, das Carl-Duisberg-Gymnasium. Der Witz: Die Realschule und das Gymnasium wurden direkt aneinander gebaut und wenn man das weiß, sieht man es auch. Die Realschule ist verputzt, gelb angestrichen und hat ein rotes Dach, das Gymnasium besteht aus roten Backsteinen und hat … gar kein Dach, dafür aber hübsche, kleine Balkone. Von dort oben aus haben die Lehrer früher auf den Schulhof geguckt und aufgepasst, damit in den Pausen nichts passierte. Manche Lehrer haben da oben sogar geraucht!  Dieses Gebäude mit den roten Backsteinen steht schon seit 1987 unter Denkmalschutz. Seit ungefähr 25 Jahren gehört es zur Realschule Am Stadtpark, weil das Gymnasium aufgelöst wurde.

Dieses 1928 erbaute Gebäude unserer Schule ist heute so berühmt, dass es tatsächlich in einem neuen Buch zu den 100 wichtigsten Orten des „Neuen Bauens“ im Rheinland aufgeführt wird.

Und nicht nur das: Einer dieser kleinen Balkone unserer Schule wird sogar auf dem Titelbild dargestellt. Das Buch „Neues Bauen im Rheinland – Ein Führer zur Architektur der Klassischen Moderne“ ist erst im Jahr 2019 erschienen und man erfährt darin u.a. auch, wie der niederländische Architekt Dudok den Leverkusener Architekten Wilhlem Fähler beeinflusste und an welchen Stilmerkmalen man genau das erkennt.

Weil es aber bei unserer Schulführung heute so viel zu erzählen gab und die Schülerinnen und Schüler so viele Fragen (!) hatten, konnte nur das ältere Gebäude besichtigt werden. Dort erfuhren die Schüler z. B. wo früher der Eingang für die Kinder und wo das Schulleiterzimmer war, wie die Jungs früher auf dem roten Treppengeländer nach unten rutschten und dass die wunderschönen alten Sternenfenster im „Turm“ der Schule noch die Originalfenster aus dem Jahr 1924 sind.

Außerdem wissen sie nun, dass unsere Realschule von 1945 bis 1956 ein Krankenhaus war, weil das St. Joseph Krankenhaus im 2. Weltkrieg völlig zerstört wurde. An den Vitrinen auf den Fluren erkennt man das heute noch, denn dort waren in dieser Zeit sehr breite Türen, damit die großen Krankenhausbetten in die Klassenräume geschoben werden konnten. Als das Krankenhaus 1956 wieder zur Schule wurde, hat man in die Türöffnungen hinein einfach Vitrinen gebaut. Sehr praktisch! (Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1956 aus der „Chronik der Mittelschule“ beweist es). Besonders gefreut haben sich die Fünftklässler darüber, dass in ihrem Kunstraum hoch oben im „Turm“ von 1945 – 1956 die Säuglingsstation war. Man stelle sich das vor: Kleine Babys dort, wo heute gemalt wird!

2019-03-27-1

Philosophisches Fotoprojekt im Rahmen der Projektwoche

Nirgendwo? Irgendwo… in Leverkusen!“

Der Philosoph Immanuel Kant sagte im 18. Jahrhundert:

„Niemand kann sagen, wie die objektive Wirklichkeit beschaffen ist, weil sie uns immer nur subjektiv erscheint. Was immer erkannt wird, ist vom Bewusstsein des Erkennenden abhängig.“

Um das zu beweisen, machten sich 12 Zehntklässler, 2 Achtklässler und Frau Meessen auf den Weg nach Wiesdorf, um dort Orte zu fotografieren, die wahrscheinlich jeder kennt, der auf unsere Schule geht. Aber diese Orte sollten aus einer sehr subjektiven Perspektive heraus fotografiert werden, um zu beweisen, dass das Erkennen dieser Orte (auf den Fotografien) eben vom Bewusstsein der Erkennenden (also von euch) abhängig ist.

Alles klar?

Herausgekommen sind außergewöhnliche Fotografien von Orten, die alle nicht so sehr weit von unserer Schule entfernt sind und die ihr täglich wahrnehmt, aber vielleicht jetzt erst – durch die Fotografien euer Mitschüler- erkennt.

Viel Spaß beim Raten!

Und wenn ihr wissen wollt, ob ihr richtig liegt, dann befragt einfach Ayyoub, Özge, Nele, Emir, Witalij, Dimitrios, Bleron, Antonella, Midya, Besime, Sinan, Mahumt, Abedin oder Ricardo. Sie können euch helfen!

2019-03-10-2

Geschichtsunterricht

Ausstellungsbesuch „Vor aller Augen“ im Forum

Die Fotoausstellung „Vor aller Augen – Fotodokumente des nationalsozialistischen Terrors in der Pro­vinz“ wurde zur Er­innerung an den Holocaust-Gedenktag im Leverkusener Forum gezeigt. In der Aus­stellung konnte man viele Fotografien anschauen und Texte lesen, die den alltäglichen Terror in der Zeit des Natio­nalsozialismus` in Deutschland zeigten.

Wir besuchten die Ausstellung im Geschichtsunterricht mit Frau Meessen und einige von uns schrieben das auf, was sie am meisten erschreckt hatte.

Obwohl es dort sechs „große Überschriften“ gab, unter denen die unmenschliche Behandlung von Ju­den, Roma und Sinti, Sozialdemokraten und anderen Menschen gezeigt wurden, haben die meisten von uns doch die Bilder erschreckt, in denen Menschen abtransportiert oder an einen „Pranger“ ge­stellt wurden.

Dabei ging es in dieser Ausstellung gar nicht um die Konzentrationslager, in denen während der Nazi­zeit mehr als 6 Mio. Menschen ermordet wurden, sondern um den Terror, die Demütigungen, die Ent­eignungen und Zerstörungen, die schon vorher oder zur gleichen Zeit „vor aller Augen“ abliefen.

Zuerst wurden Amtsträger ausgeschaltet, die den Nazis nicht passten. Zum Beispiel Sozialdemokra­ten. Dann wurden jüdische Geschäfte oder Arztpraxen boykottiert und auch in Karnevalsumzügen wurden Juden verspottet. In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden die Synagogen und Woh­nungen von Juden zerstört und viele Juden umgebracht. Sogar das Inventar aus den Synagogen wurde auf Marktplätze gebracht und dort angezündet. Viele Menschen schauten dabei zu, was man auf sehr vie­len Fotografien sehen kann.

Die Bilder unter der Überschrift „Öffentliche Demütigung von Rassenschändern“ haben die meisten von uns besonders schockiert. Dort konnte man sehen, wie man Frauen, die mit einem französischen oder polnischen Zwangsarbeiter eine Beziehung hatten, die Haare so kurz schnitt, dass die Frauen dann eine Glatze hatten. Den Männern hängte man ein Schild um, auf dem stand: Ich bin ein Rassen­schän­der. Anschließend wurden die – meistens polnische oder sowjetische – Männer hingerichtet. Diese Hinrichtungen fanden nur in wenigen Fällen vor den Augen der Bevölkerung statt, aber die Demütigungen der Frauen waren große öffentliche Veranstaltungen. Danach gab es dann noch ein „Schaumarsch“ durch den Ort, ehe die Frauen ins Gefängnis oder Konzentrationslager gesperrt wurden.

Das alles geschah auf großen Plätzen und öffentlichen Straßen in vielen deutschen Städten und man sieht auf den Fotografien, dass Massen von Menschen dabei zuschauen. Viele lachen oder grinsen und freuen sich scheinbar, dass die „Rassenschänder“ eine Strafe bekommen.

Auch unter der Überschrift „Die Deportation“ sah man viele Menschen, auch Kinder, die beim Ab­trans­port (in die Konzentrationslager) gedemütigt wurden. Sie mussten stundenlang warten und wur­den dann in Güterzüge oder Lastwagen gequetscht. Angehörige der „Ordnungspolizei“ bewachten die jü­dischen Familien. Sie durften nur Handgepäck mitnehmen und keine Wertsachen. Der ganze Besitz der Deportierten blieb zurück und wurde in großen Hallen gesammelt, das konnte man unter der Über­schrift „Die Verwertung jüdischen Eigentums“ sehen. Man erkennt daran, dass das eine „Reise ohne Wiederkehr“ war, obwohl es offiziell nur eine „Evakuierung“ in Richtung Osten war.

Jeder muss sich doch gefragt haben, warum die Sachen der Menschen, die man abtransportiert hatte, anschließend verkauft oder versteigert wurden. Scheinbar interessierte das aber niemanden von de­nen, die sich dann die besten Einrichtungsgegenstände oder Schmuckstücke aussuchten. Auf dem Foto, das wir veröffentlichen dürfen (Quelle: „Topographie des Terrors“) sieht man das Publikum bei einer öffentlichen Versteigerung von Hausrat, der einmal den deportierten Ju­den gehört hatte (Winter 1940/41). Alle sind fröhlich, lachen und freuen sich scheinbar über eine „gute Gelegenheit“!

Foto: coloriert – Quelle (sw-Foto): http://www.topographie.de/topographie-desterrors/presseservice/pressefotos/vor-aller-augen/

Dafür, dass angeblich nur so wenige Deutsche davon gewusst haben wollen, was mit den Juden, den politischen Gegnern, den Sinti und Roma und vielen anderen Menschen wirklich passierte, hatten sie aber beim Zuschauen alle sehr viel Spaß!

Sie hatten auch Spaß auf den Straßen, als Sozialdemokraten politische Parolen von den Wänden ab­waschen mussten oder ein abgesetzter Bürgermeister auf einer Kuh reiten musste (mit einem Schild um den Hals). Sie hatten Spaß bei Geschäftsboykotten oder bei Karnevalsumzügen, obwohl die Juden dort die Leid­tragenden waren. Sie hatten Spaß, wenn auf den Marktplätzen den „Rassenschänderin­nen“ die Haare abgeschnitten wurden und sie hatten scheinbar auch sehr viel Spaß, wenn sie sich aus dem Besitz der deportierten Juden das her­aussuchen durften, was sie am besten gebrauchen konnten.

Es war sehr gut, dass wir diese Ausstellung angesehen haben, denn viele von uns hatten von dem, was dort gezeigt wurde, noch nie gehört.

Was damals „vor aller Augen“ geschah war unmenschlich. Die Fotografien dieser Ausstellung haben uns gezeigt, dass man die grausame Ermordung von Millionen von Menschen durch die Nationalsozialisten vielleicht hätte verhindern können, wenn alle, die damals zuge­schaut haben, sich gewehrt hätten. Nach 1933 war es dazu aber schon fast zu spät. Es hätte gar nicht erst dazu kommen dürfen, dass damals eine nationalsozialistische und rassistische Partei an die Macht kam und eine Diktatur erreichten konnte.  Das darf nie wieder passieren.

Geschrieben von Schülerinnen und Schülern der Klassen 9A und 9C.

2018-12-13-2

Unser neues Projekt in „Praktische Philosophie“

„Eine Heimat oder zwei? Oder keine…?“

Es berichten Nazlije, Özge, Besime, Midya und Lejla („Praktische Philosophie“ Klasse 10)

In unserem Projekt, das von Frau Meessen schon 2013 im Unterricht „Praktische Phi­lo­sophie“ gestartet wurde, geht es um eine Umfrage, an der die jetzigen Zehntklässler in der 5. Klasse (2013), in der 7. Klasse (2015) und in der 10. Klasse (2018) teilgenommen ha­ben.

In jeder der drei Befragungen wurden die gleichen Fragen gestellt, um im nächsten Jahr – am Ende der Schulzeit – zu sehen, wie sich die Einstellungen oder die Zukunftspläne von uns Schü­lern in den sechs Jahren an unserer Schule verändert haben. Eine der Fragen, die wir beantworten sollten, war die Frage: „Wo ist/sind deine Hei­mat(en)?“ Außerdem sollten wir auch Gründe nennen, warum wir diese eine Heimat oder vielleicht meh­rere Heimaten haben. Viele Schüler unseres Philosophiekurses oder deren Eltern kommen aus anderen Län­dern als Deutschland und haben häufig also mehrere „Heimaten“. Sie haben oft zwei Kultu­ren „in sich“ und sprechen häufig auch mehrere Sprachen, obwohl sie in Deutschland gebo­ren wurden oder schon sehr lange hier leben.

Ein Grund für uns gleichzeitig nun auch Geld für „Ärzte ohne Grenzen“ (ÄoG) zu sammeln, war un­ser Wunsch, helfen zu wollen. Helfen wollen wir vor allem den Menschen, die ihre Heimat aus unterschiedlichen Gründen (Krieg, Bürgerkrieg, klimatische Veränderungen etc.) verlas­sen müssen und dann zuerst ganz ohne Heimat sind. „Ärzte ohne Grenzen“ hilft diesen Menschen nicht nur medizinisch. Angefangen zu sammeln haben wir bei den Veranstaltungen „Übergang Schule und Beruf. Ver­anstaltung für Eltern“ am 6. November 2018 und beim Elternsprechtag am 26.11.2018 in unserer Schule.

Am Tag der offenen Tür, der am 12.01.2019 an unserer Schule stattfand, sammelte die Projektgruppe „Eine Heimat? Oder zwei? Oder keine …?“ zum dritten Mal für Ärzte ohne Grenzen. Die Gruppe, die im Rahmen des Unterrichtes der Klasse 10 in „Praktische Philosophie“ bei Frau Meessen entstanden war, erstellte Plakate, organisierte Spendenbüchsen und sammelte in ihrer Freizeit in der Schule Geld für ÄoG. Außerdem erläuterte sie interessierten Besucher am Tag der offenen Tür ihr Projekt.

2018-07-09-1

Berührende Ausstellung von Evelyn Meessen & ihren Schülerinnen und Schülern

Die Dinge unseres Lebens

Nach der erfolgreichen Ausstellungseröffnung im Januar mit 48 Fotografien von Erinnerungsobjekten und den dazugehörigen Geschichten unserer Schülerinnen und Schüler sammelten wir weiter. Schon in der ersten Woche brachten große und kleine Schülerinnen und Schüler erneut die „Dinge“, an denen ihr Herz hängt.

So konnten bis heute 16 neue Objekte fotografiert werden, die nun die Ausstellung in unse­rer Schule erweitern. Hinzu gekommen sind u.a. Babyschuhe, ein kroatisches Backbuch, ein syrischer Rucksack und ein syrisches Babytuch, Spielkarten, die über 10 Jahre alt sind, ein Tragetuch aus dem Kongo und die Fotografie einer Krone aus Togo.

Der Großvater einer unserer Schüler hat sie früher getragen. Bilder von Ohrringen aus Syrien und Klick-Klack-Kugeln aus Mazedonien hängen nun ebenfalls im Verwaltungsflur und auch zwei Lehrerinnen haben „Dinge“ ihres Lebens mitgebracht.

Wer alle „neuen“ und „alten“ Fotos anschauen und die Geschichten lesen möchte, braucht nur den Verwaltungstrakt unsere Schule zu besuchen oder folgende Links anzuklicken:

Die Dinge unseres Lebens (Teil 1 – Januar 2018)
Die Dinge unseres Lebens (Teil 2 – Juni 2018)

2017-08-26-1

Schulgeschichte

Zwei Dombesteigungen im Abstand von 9 Jahrzehnten

Welche Klasse der Städtischen Mittelschule Wiesdorf am 29. März 1926 mit Lehrer Meffert den Dom besuchte und den Domturm erklomm, wissen wir nicht.

Dass es nur Jungen waren, die der Mode der Zeit entsprechend, Schirmmützen, Matrosenanzüge, Mäntel und Stiefel trugen, sieht man sofort. Die nur (!) 17 Schüler und der Lehrer Herr Meffert machen einen sehr ernsten Eindruck, als habe die Turmbesteigung nicht so sehr viel Spaß gemacht.

Aber wahrscheinlich wollten sie auf der Fotografie alle einen guten Eindruck machen. Nur der dritte Junge von links hält sich nicht so ganz an die wohl vorgeschriebene Haltung.

„Zur Erinnerung an eine Dombesteigung am 29. März 1926“ (aus dem Archiv Meffert)

„Zur Erinnerung an eine Dombesteigung am 13. Juli 2017“ (aus dem Archiv Meessen)

Auf der Fotografie aus dem Jahr 2017 sieht man mit den 18 Mädchen und Jungen nur einen kleinen Teil der Klasse 7C der Realschule Am Stadtpark, die, genau wie ihre Parallelklasse 7A, in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien eine Exkursion zum Kölner Dom unternahm. Auch diese Kinder und ihre Klassenlehrerin Frau Frerking, die auf dem Bild versucht, genauso streng zu blicken wie Herr Meffert, haben eine Führung im Dom und eine Dombesteigung hinter sich. Aber alle sind fröhlich und Omar, der dritte Schüler von links, guckt auch nur deshalb so streng, weil er es seinem Vorbild auf der Fotografie von 1926 gleichtun möchte.

2017-02-08-1

Großes Engagement gegen den Krieg in Syrien

Unsere Projektgruppe „STOP THIS WAR!“ sagt danke!

Über ein halbes Jahr haben sich einige Schülerinnen und Schüler mit ihrer selbst gestalteten Facebookseite gegen den Krieg in Syrien engagiert. Die von ihnen gesammelten Spenden in Höhe von 1222,22€ wurden an Ärzte ohne Grenzen überwiesen und sollen die syrischen Kinder im Kriegsgebiet unterstützen. Allen, die das Projekt unterstützt haben, sagen wir danke mit dieser kleinen Spielzeugelefantin.

Sie wurde von einer unserer Schülerinnen auf ihrer Flucht aus Syrien gerettet.  Mittlerweile trägt sie eine Mütze, weil es in Deutschland so kalt ist. Sie erinnert unsere Schülerin aber immer noch an ihre verlorene Heimat: Syrien!

Die Rheinische Post veröffentlichte hierzu einen weiteren Artikel:

2017-02-08 Rheinische Post Schüler engagieren sich gegen den Syrienkrieg

2016-06-28-1

Krieg in Syrien

Neuntklässler rücken Schrecken des Krieges ins Bewusstsein und fordern: STOP THIS WAR!

Ein Bericht unserer Schülerinnen Gizem Baruc und Ines Breuer

Schülerinnen und Schüler der Klassen 9A und 9C haben sich im Politikunterricht von Frau Meessen gefragt: „Was können WIR tun, um auf den Krieg in Syrien aufmerksam zu machen, der schon seit 2011 so viele unschuldige Menschen das Leben gekostet hat und kein Ende findet.

Sie haben einen Videoclip produziert, der auch auf YouTube zu sehen ist, und einen Facebook-Aufruf gestartet, um möglichst viele Menschen auf die Schrecken dieses Krieges aufmerksam zu machen.

Dabei war es uns sehr wichtig, alles selbst zu machen, also das Video, die Fotos, die Bilder, die Texte und auch die Musik. Außerdem haben wir unsere Mitschüler/innen gebeten, den Aufruf in die Sprachen zu übersetzen, die sie neben der deutschen Sprache auch noch sprechen. So sind mittlerweile 12 Sprachen vertreten, aber wir sammeln noch weiter, damit unser Aufruf in möglichst vielen Ländern verstanden wird!


Unterstützung erhielten wir von unserer Politiklehrerin und einem Lehramtsstudenten, der an unserer Schule sein Praxis-Semester macht und uns in Musik unterrichtet. Er hat die im Video verwendete Musik selbst komponiert und produziert.

Welche Ziele die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Aufruf verfolgen und was sie motiviert hat, daran zu arbeiten, erklären sie selbst:

  1. Wir wollen so viele Menschen wie möglich darüber aufklären, dass bis zu heutigen Tag fast 500.000  Menschen im Krieg oder durch die Folgen des Krieges gestorben sind. (Schon im Februar 2016 berichtete das „Syrische Zentrum für politische Forschung “ – SCPR – über 470.000 durch den Krieg getötete Menschen.) Diese und andere „NGOS“ sind vor Ort und bekommen tatsächlich mit, weil viele Menschen dort durch Bomben, Schüsse, Giftgas, Krankheiten, Hunger, Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen oder durch Ertrinken bei gefährlichen Überfahrten gestorben sind.
  2. Wir wollen diesem Krieg, den man uns Tag für Tag im Fernsehen vor Augen führt, nicht mehr so tatenlos zusehen. Deshalb haben wir uns intensiv mit diesem Thema beschäftigt und haben nach Möglichkeiten gesucht, uns mit diesem Krieg und seinen Opfern einmal aktiv auseinander zu setzen.
  3. Außerdem möchten wir regelmäßig „News“ aus dem Syrienkrieg in „unserer“ Alltagssprache posten, damit auch Schüler/innen unseres Alters sie verstehen. Durch Verlinkung mit dem „Stadtanzeiger“ und der „Rheinischen Post“ möchten wir ebenfalls aktuelle Nachrichten zum Thema zur Verfügung stellen.
  4. Wir wollen an ALLE Verantwortlichen appellieren, endlich diesem furchtbaren Krieg ein Ende zu setzen! Wir finden es unerträglich, dass so viele Menschen nur sterben, weil die vielen verantwortlichen Kriegsparteien nicht in der Lage sind, sich an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden!
  5. Wir Schülerinnen und Schüler appellieren an alle:

Bitte helft uns dabei, diesen Aufruf zu verbreiten und somit hoffentlich ein wenig zum Frieden in Syrien beizutragen. Besonders schön wäre es, wenn ihr gleichzeitig auch noch einen kleinen Beitrag für „Ärzte ohne Grenzen“ spenden würdet, denn diese Organisation hilft wirklich allen Menschen vor Ort und hat in letzter Zeit viele Mitarbeiter/innen und Krankhäuser durch Bombardierung in Syrien verloren. Ab nächster Woche findet ihr die Bankverbindung dann auf der Facebookseite.

 Danke für eure Unterstützung sagen:

Tugba Aydin (News), Gizem Baruc & Ines Breuer (Text & News),  Adama Diallo (Facebookadministratorin), Lukas Hoppe (Präsentation der Sprachen), Jamie Hulverscheidt (Bilder), Tolga Itmec (Filmbearbeitung und Facebookadministration), Ali Kurupinar (Bilder), Andreas & Christian Pantel (Musik), Eve J. Zapp (Filmdreh & Bilder)  und  Agron, Ahmet I, Ahmet T., Bastian, Denis, Dzenis, Gina, Jelena, Jennifer, Jessica, Karolina, Kim, Kyra, Leo, Leon, Maksim, Mariam, Mirejeta, Nikolai, Qendrim, Richard, Rohat, Samet, Selin, Sercan, Serpil, Tac Choi, Veronica u.a.

2016-06-27 Rheinische Post: Schüler kämpfen per Facebook um Frieden
2016-07-02 Leverkusener Anzeiger: Eine Seite für Syrien

1 2 4