Einladung zu Aufführungen der Theater AG der Realschule Am Stadtpark
Wer erstach den armen Henry?
oder: Vom Misslingen einer Theateraufführung
Eine Einladung von E. Meessen
im Namen der Theater AG
Unser neues Stück heiĆt: āWer erstach den armen Henry?ā und wurde ursprünglich von Michael Green geschrieben. Ich sage bewusst āursprünglich“, denn die Schauspieler und unsere Regisseurin (wenn man die denn so nennen kann) haben das Stück bis zur Unkenntlichkeit … nun ja, entstellt.
Es beginnt alles mit einer Leiche im Wohnzimmer! Das kennt man ja aus unzähligen Fernsehkrimis. Die Protagonisten wissen natürlich von nichts. Auch normal.
Der Inspektor gibt sich groĆe Mühe dem TƤter auf die Spur zu kommen, jedoch leider …. mit wenig Erfolg! Allerdings ist er auch hƤufiger mit den Damen beschƤftigt.
Alle Beteiligten geben ihr Bestes, aber manchmal reicht das eben nicht aus und nur durch das hƤufige Nachpudern der āSchauspieler“ durch die Maskenbildnerin, die übrigens auch für Musik und Beleuchtung zustƤndig ist, Ƥndert sich auch nichts, aber auch gar nichts an der schlechten QualitƤt dessen, was Ihnen an diesem Theaterabend geboten wird. Das liegt … nun, man muss es wirklich deutlich sagen, das liegt daran, dass alle Beteiligten so richtig schlechte Schauspieler sind. Die drei āGrazien“, die sind im falschen Film! (pardon: im falschen Stück): Henriette ist in Gedanken noch bei der Liebestragƶdie des vergangen Abends. Mrs. Darcy āspielt“ ihre Rolle, ja, sie spielt sie, aber auf Kommando, man kann sie an- und ausstellen und Pauline. Pauline mƶchte viel lieber auf einer ganz anderen Bühne stehen. Das mƶchten übrigens alle drei. Bei jeder Aufführung hoffen Sie, endlich entdeckt zu werden. Bisher logischerweise ohne Erfolg!
Die Kƶchin ist nicht nur vƶllig übermüdet, ihr Part ƶdet sie fƶrmlich an und der Schauspieler, der den Mr. Darcy spielen soll, hat Mühe seinen Text mit der Schrittfolge zu kombinieren. Ab und zu geht sein schauspielerisches Talent mit ihm durch, aber eben leider nur ab und zu! AuĆerdem hasst er den Inspektor. Keine besonders gute Voraussetzung für eine gelungen Aufführung.
Der Inspektor jedoch gibt sich, wie gesagt, grƶĆte Mühe. Er befragt also alle Beteiligten gewissenhaft, besonders die Damen ! und probiert auch beim Butler sein Glück. Doch der Butler versucht das Nichtkƶnnen seiner Mitspieler auszugleichen und wird folglich zum ādramaturgischen Highlight“ des Abends! Er ist nicht zu stoppen und nicht nur das Mobiliar muss darunter leiden. Man wird sehen. Nun, wen haben wir vergessen? Ach ja, den Major. Er gehƶrt eigentlich ins Bett… mit der ErkƤltung, aber Sie wissen ja, ein guter Schauspieler spielt mit dem Kopf unterm Arm. Ok. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Sergant. Aber, der ist immer zu spƤt. Wird schon noch kommen.
Ja, zum Schluss also nun noch die wichtigste Person, die Souffleuse, Sie wissen schon, die, die weiterhilft, wenn‘ s nicht mehr weitergeht … und das…. wird bei diesem Stück ƶfter passieren. Aber keine Angst!!!! Sie behƤlt den Ćberblick.
Nach ca. einer Stunde, die mit grässlichen Musik- und Tanzeinlagen noch unnötig verlängert wird, werden dann alle froh sein, dass es endlich vorbei ist. Wer dafür am 25.02.2005 noch Eintritt zahlt, ist selber schuld!!