05-01-10-1

Einladung zu Aufführungen der Theater AG der Realschule Am Stadtpark

Wer erstach den armen Henry?
oder: Vom Misslingen einer Theateraufführung

Unser neues Stück heißt: „Wer erstach den armen Henry?“ und wurde ursprünglich von Michael Green geschrieben. Ich sage bewusst „ursprünglich“, denn die Schauspieler und unsere Regisseurin (wenn man die denn so nennen kann) haben das Stück bis zur Unkenntlichkeit … nun ja, entstellt.

Es beginnt alles mit einer Leiche im Wohnzimmer! Das kennt man ja aus unzähligen Fernsehkrimis. Die Protagonisten wissen natürlich von nichts. Auch normal.

Der Inspektor gibt sich große Mühe dem Täter auf die Spur zu kommen, jedoch leider …. mit wenig Erfolg! Allerdings ist er auch häufiger mit den Damen beschäftigt.

Alle Beteiligten geben ihr Bestes, aber manchmal reicht das eben nicht aus und nur durch das häufige Nachpudern der „Schauspieler“ durch die Maskenbildnerin, die übrigens auch für Musik und Beleuchtung zuständig ist, ändert sich auch nichts, aber auch gar nichts an der schlechten Qualität dessen, was Ihnen an diesem Theaterabend geboten wird. Das liegt … nun, man muss es wirklich deutlich sagen, das liegt daran, dass alle Beteiligten so richtig schlechte Schauspieler sind. Die drei „Grazien“, die sind im falschen Film! (pardon: im falschen Stück): Henriette ist in Gedanken noch bei der Liebestragödie des vergangen Abends. Mrs. Darcy „spielt“ ihre Rolle, ja, sie spielt sie, aber auf Kommando, man kann sie an- und ausstellen und Pauline. Pauline möchte viel lieber auf einer ganz anderen Bühne stehen. Das möchten übrigens alle drei. Bei jeder Aufführung hoffen Sie, endlich entdeckt zu werden. Bisher logischerweise ohne Erfolg!

Die Köchin ist nicht nur völlig übermüdet, ihr Part ödet  sie förmlich an  und der Schauspieler, der den Mr. Darcy spielen soll, hat Mühe seinen  Text mit der Schrittfolge zu kombinieren. Ab und zu geht sein schauspielerisches Talent mit ihm durch, aber eben leider nur ab und zu! Außerdem hasst er den Inspektor.   Keine   besonders   gute   Voraussetzung   für    eine   gelungen Aufführung.

Der Inspektor jedoch gibt sich, wie gesagt, größte Mühe. Er befragt also alle Beteiligten gewissenhaft, besonders die Damen ! und probiert auch beim Butler sein Glück. Doch der Butler versucht das  Nichtkönnen  seiner Mitspieler auszugleichen und wird folglich zum „dramaturgischen Highlight“ des Abends! Er ist nicht zu stoppen und nicht nur das  Mobiliar  muss  darunter leiden. Man wird sehen. Nun, wen haben wir vergessen? Ach ja, den Major. Er gehört eigentlich ins Bett… mit der Erkältung, aber Sie wissen ja, ein guter Schauspieler spielt mit dem Kopf unterm Arm. Ok. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Sergant. Aber, der ist immer zu spät. Wird schon noch kommen.

Ja, zum Schluss also nun noch die wichtigste Person, die Souffleuse, Sie wissen schon, die, die weiterhilft, wenn‘ s nicht mehr weitergeht … und das…. wird bei diesem Stück öfter passieren. Aber keine Angst!!!! Sie behält den Überblick.

Nach ca. einer Stunde, die mit grässlichen Musik- und Tanzeinlagen noch unnötig verlängert wird, werden dann alle froh sein, dass es endlich vorbei ist. Wer dafür am 25.02.05 noch Eintritt zahlt, ist selber schuld!!