2010-09-21-1

Kant auf dem Prüfstein: Spannendes Experiment des 10er-PP-Kurses

Wenn alle Menschen statt Augen grüne Gläser hätten ...

… so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände,
welche sie dadurch erblicken, sind grün – und nie würden
sie entscheiden können, ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt,
wie sie sind, oder ob es nicht etwas hinzutut, was nicht ihnen,
sondern dem Auge gehört.
(Heinrich von Kleist, 1777 – 1811)

Unser Bild von der Welt geprägt durch das, was unsere Sinne wahrnehmen und unser Verstand daraus macht (nach Kant). Hätten wir andere Sinne, hätten wir wahrscheinlich auch ein völlig anderes Bild von der Welt.

Diese Behauptung wollten wir, der 10er-PP-Kurs, in einem Experiment untersuchen. Dazu besorgten wir uns (rosa) gefärbte Brillen und Ohrstöpsel und suchten uns am 21. September 2010 in der Rathausgalerie in Leverkusen ein gemütliches Plätzchen, um mit „getäuschten“ Sinnen einen ganz anderen Blick auf die Welt um uns herum zu werfen.

Das versuchten wir nach dem Verfahren des sog. „Automatischen Schreibens“. Dabei werden alle Eindrücke und Gedanken aufgeschrieben, ohne abzusetzen. Fällt einem nichts mehr ein, wiederholt man einfach das letzte Wort so lange, bis die Gedanken wieder fließen. Danach sucht man sich die besten Textstellen heraus und schreibt daraus ein Gedicht.

So entstanden Texte in vier Kategorien: Schreiben mit gefärbten Brillen. Schreiben mit Ohrstöpseln. Schreiben aus der Perspektive eines Fisches (gerade waren die
„Unterwasserwelten“ eröffnet worden). Schreiben als „normaler“ Betrachter mit allen Sinnen.

Aus den vielen Texte haben wir die schönsten ausgesucht. Viel Spaß beim Lesen!

Chaima Ballamkadem, Sven Czech (beide 10D) und E. Meessen

1 – Philosophische Vorbemerkungen (1 Seite)
2 – Ergebnisse des Experiments (9 Seiten)