2003-02-26-1

Tourneetheater „Kreuz & Quer“ gastiert mit einem Stück von Susanne von Lohuizen

Wer hat meinen kleinen Jungen gesehen?

Die beiden Schauspieler leben eingesponnen in ihrem Alltag eine enge Zweierbeziehung. Sie sprechen ununterbrochen über einen abwesenden kleinen Jungen. Dabei schlüpfen sie abwechselnd in die Rollen von Eltern und Kindern und diskutieren sogar über geeignete Erziehungsmethoden. Im Verlauf des Stücks wird immer klarer, dass die beiden einen kleinen Jungen gehabt haben müssen. Ein „Wunderkind“, noch in den Windeln, aber schon mit scharfen Zähnen.

Anscheinend haben sie es irgendwo „verloren“. Vielleicht beim Einkaufen? Bei der Post? Am Bahnhof? Sie wissen es nicht mehr!

Bis zum Schluss bleibt in diesem absurden Theaterstück unklar, ob der kleine  Junge wirklich verlorengegangen ist oder ob er sich in der Wohnung versteckt, lauscht und schon mal seine scharfen Zähnchen wetzt.

Oder existiert er vielleicht gar nicht? – Ein unheimlicher Gedanke!


Ebenfalls unheimlich: In diesem Stück ticken echte Uhren in der Brust und das Telefon klingelt aus dem Bauch.

Ein absurdes Theaterstück, ein „Samuel Beckett für Kinder“. Während in Becketts Stück auf Godot gewartet wird, der auch nicht erscheint, ist es bei Susanne von Lohuizen ein kleiner Junge.

Obwohl das alles ganz schön schwere Kost für Siebtklässler ist, gibt es am Ende viel Applaus für die beiden Schauspieler. Eine gründliche Vorbereitung des Stücks im Deutschunterricht trug dazu bei.